Abwärts, Abgrundwärts steht. Er hatte die Naivetät derdecadence: dies war seine Überlegenheit. Er glaubtean sie, er blieb vor keiner Logik der decadcjice stehn.Die Andern zögern — das unterscheidet sie. SonstNichts! . . . Das Gemeinsame zwischen Wagner und „denAndern“ — ich zähle es auf: der Niedergang der orga-nisirenden Kraft; der Missbrauch überlieferter Mittel, ohnedas rechtfertigende Vermögen, das zum Zweck; dieFalschmünzerei in der Nachbildung- grosser Formen, fürdie heute Niemand stark, stolz, selbstgewiss, gesundgenug ist; die Überlebendigkeit im Kleinsten; der Affektum jeden Preis; das Raffinement als Ausdruck des ver-armten Lebens; immer mehr Nerven an Stelle desFleisches. — Ich kenne nur Einen Musiker, der heutenoch im Stande ist, eine Ouvertüre aus ganzem Holzezu schnitzen: und Niemand kennt ihn . . . Was heuteberühmt^ ist, macht’, im Vergleich mit Wagner, nicht„bessere“ Musik, sondern nur unentschiedenere, sondernnur gleichgültigere: — gleichgültigere, weil das Llalbedamit abgethan ist, dass das Ganze da ist. AberWagner w-ar ganz; aber Wagner war die ganze- Ver-derbniss; aber Wagner war der Muth, der Wille, dieÜberzeugung in der Verderbniss — was liegt nochan Johannes Brahms! . . . Sein Glück war ein deutschesMissverständniss: man nahm ihn als Antagonisten Wagner’s,— man brauchte einen Antagonisten! — Das machtkeine nothwendige Musik, das macht vor Allem zuviel Musik! — Wenn man nicht reich ist, soll man stolzgenug sein zur Armuth! . . . Die Sympathie, die Brahmsunleugbar hier und da einflösst, ganz abgesehen vonjenem Partei-Interesse, Partei-Missverständnisse, war mirlange ein Räthsel: bis ich endlich, durch einen Zufallbeinahe, dahinter kam, dass er auf einen bestimmten Typus
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