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beweist der Fall Wagner: er gewann die Menge, —er verdarb den Geschmack, er verdarb selbst für dieOper unsren Geschmack! —
Die Anhängerschaft an Wagner zahlt sich theuer.Was macht sie aus dem Geist? befreit Wagner denGeist? — Ihm eignet jede Zweideutigkeit, jeder Doppel-sinn, Alles überhaupt, was die Ungewissen überredet,ohne ihnen zum Bewusstsein zu bringen, wofür sie über-redet sind. Damit ist Wagner ein Verführer grossenStils. Es giebt nichts Müdes, nichts Abgelebtes, nichtsLebensgefährliches und Weltverleumderisches in Dingendes Geistes, das von seiner Kunst nicht heimlich inSchutz genommen würde, — es ist der schwärzeste Ob-skurantismus, den er in die Lichthüllen des Ideals verbirgt.Er schmeichelt jedem nihilistischen (— buddhistischen)Instinkte und verkleidet ihn in Musik, er schmeicheltjeder Christlichkeit, jeder religiösen Ausdrucksform derdecadence. Man mache seine Ohren auf: Alles, was jeauf dem Boden des verarmten Lebens aufgewachsenist, die ganze Falschmünzerei der Transscendenz und desJenseits, hat in Wagner’s Kunst" ihren sublimsten Für-sprecher — nicht in Formeln: Wagner ist zu'klug fürFormeln — sondern in einer Überredung der Sinnlichkeit,die ihrerseits wieder den Geist mürbe und müde macht.Die Musik als Circe . . . Sein letztes Werk ist hierin seingrösstes Meisterstück. Der Parsifal wird in der Kunstder Verführung ewig seinen Rang behalten, als der Genie-streich der Verführung . .. Ich bewundere dies Werk, ichmöchte es selbst gemacht haben; in Ermangelung davonverstehe ich es . . . Wagner war nie besser inspirirt alsam Ende. Das Raffinement im Bündniss von Schönheitund Krankheit geht hier so weit, dass es über Wagner’sfrühere Kunst gleichsam Schatten legt: — sie erscheint zu