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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
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Grabe einen Kranz niederlegte, dessen Inschrift sofortberühmt wurde.Erlösung dem Erlöser! lautete sie.Jedermann bewunderte die hohe Inspiration, die dieseInschrift diktirt' hatte, Jedermann einen Geschmack, aufden die Anhänger Wagners ein Vorrecht haben; Vieleaber auch (es war seltsam genug!) machten an ihr dieselbekleine Correctur:Erlösung vom Erlöser! Man

athmete auf.

Die Anhängerschaft an Wagner zahlt sich theuer.Messen wir sie an ihrer Wirkung auf die Kultur. Wen hateigentlich seine Bewegung in den Vordergrund gebracht?Was hat sie immer mehr ins Grosse gezüchtet? VorAllem die Anmaassung des Laien, des Kunst-Idioten.Das organisirt jetzt Vereine, das will seinenGeschmackdurchsetzen, das möchte selbst in rebus musicis et musi-cantibus den Richter machen. Zuzweit: eine immer grössereGleichgültigkeit gegen jede strenge, vornehme, gewissen-hafte Schulung im Dienste der Kunst; an ihre Stellegerückt den Glauben an das Genie, auf deutsch: denfrechen Dilettantismus ( die Formel dafür steht in denMeistersingern). Zudritt und zuschlimmst: die Theatro-kratie, den Aberwitz eines Glaubens an den Vorrangdes Theaters, an ein Recht auf Herrschaft des Theatersüber die Künste, über die Kunst . . . Aber man solles den Wagnerianern hundert Mal ins Gesicht sagen,was das Theater ist: immer nur ein Unterhalb derKunst, immer nur etwas Zweites, etwas Vergröbertes,etwas für die Massen Zurechtgebogbnes, Zurechtgelogenes!Daran hat auch Wagner Nichts verändert: Bayreuth istgrosse Oper und nicht einmal gute Oper . . . DasTheater ist eine Form der Demolatrie in Sachen desGeschmacks, das Theater ist ein Massen-Aufstand, einPlebiscit gegen den guten Geschmack... Dies eben