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Grabe einen Kranz niederlegte, dessen Inschrift sofortberühmt wurde. „Erlösung dem Erlöser!“ — lautete sie.Jedermann bewunderte die hohe Inspiration, die dieseInschrift diktirt' hatte, Jedermann einen Geschmack, aufden die Anhänger Wagner’s ein Vorrecht haben; Vieleaber auch (es war seltsam genug!) machten an ihr dieselbekleine Correctur: „Erlösung vom Erlöser!“ — Man
athmete auf. —
Die Anhängerschaft an Wagner zahlt sich theuer.Messen wir sie an ihrer Wirkung auf die Kultur. Wen hateigentlich seine Bewegung in den Vordergrund gebracht?Was hat sie immer mehr in’s Grosse gezüchtet? — VorAllem die Anmaassung des Laien, des Kunst-Idioten.Das organisirt jetzt Vereine, das will seinen „Geschmack“durchsetzen, das möchte selbst in rebus musicis et musi-cantibus den Richter machen. Zuzweit: eine immer grössereGleichgültigkeit gegen jede strenge, vornehme, gewissen-hafte Schulung im Dienste der Kunst; an ihre Stellegerückt den Glauben an das Genie, auf deutsch: denfrechen Dilettantismus (— die Formel dafür steht in denMeistersingern). Zudritt und zuschlimmst: die Theatro-kratie —, den Aberwitz eines Glaubens an den Vorrangdes Theaters, an ein Recht auf Herrschaft des Theatersüber die Künste, über die Kunst . . . Aber man solles den Wagnerianern hundert Mal in’s Gesicht sagen,was das Theater ist: immer nur ein Unterhalb derKunst, immer nur etwas Zweites, etwas Vergröbertes,etwas für die Massen Zurechtgebogbnes, Zurechtgelogenes!Daran hat auch Wagner Nichts verändert: Bayreuth istgrosse Oper — und nicht einmal gute Oper . . . DasTheater ist eine Form der Demolatrie in Sachen desGeschmacks, das Theater ist ein Massen-Aufstand, einPlebiscit gegen den guten Geschmack... Dies eben