Nachschrift
— Der Ernst der letzten Worte erlaubt mir, an dieserStelle noch einige Sätze aus einer ungedruckten Ab-handlung mitzutheilen, welche zum Mindesten über meinenErnst in dieser Sache keinen Zweifel lassen. Jene Ab-handlung ist betitelt: Was Wagner uns kostet.
Die Anhängerschaft an Wagner zahlt sich theuer.Ein dunkles Gefühl hierüber ist auch heute noch vor-handen. Auch der Erfolg Wagner’s, sein Sieg, riss diesGefühl nicht in der Wurzel aus. Aber ehemals war esstark, war es furchtbar, war es wie ein düsterer Hass, —fast drei Viertheile von Wagner’s Leben hindurch. JenerWiderstand, den er bei uns Deutschen fand, kann nichthoch genug geschätzt und zu Ehren' gebracht werden.Man wehrte sich gegen ihn wie gegen eine Krankheit, —nicht mit Gründen — man widerlegt keine Krankheit —,sondern mit Hemmung, Misstrauen, Verdrossenheit, Ekel,mit einem finsteren Ernste, als ob in ihm eine grosseGefahr herumschliche. Die Herren Ästhetiker habensich blossgestellt, als sie, aus drei Schulen der deutschenPhilosophie heraus, Wagner’s Principien mit „wenn“ und„denn“ einen absurden Krieg machten — was lag ihman Principien, selbst den eigenen! — Die Deutschen selbsthaben genug Vernunft im Instinkt gehabt, um hier sichjedes „wenn“ und „denn“ zu verbieten. Ein Instinkt ist