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des Schauspielers, er enthält — zweifeln wir nicht daran!— auch dessen Moral. Wagner’s Musik ist niemals wahr.
— Aber man hält sie dafür: und so ist es inOrdnung. —
So lang man noch kindlich ist und Wagnerianerdazu, hält man Wagner selbst für reich, selbst für einenAusbund von Verschwender, selbst für einen Grossgrund-besitzer im Reich des Klangs. Man bewundert an ihm,was junge Franzosen an Victor Hugo bewundern, die„königliche Freigebigkeit“. Später bewundert man denEinen wie den Andern aus umgekehrten Gründen: alsMeister und Muster der Ökonomie, als kluge Gast-geber. Kiemand kommt ihnen darin gleich, mit beschei-denem Aufwand eine fürstliche Tafel zu repräsentiren. —Der Wagnerianer, mit seinem gläubigen Magen, wirdsogar satt bei der Kost, die ihm sein Meister vorzaubert.Wir Anderen, die wir in Büchern wie in Musik vorAllem Substanz verlangen, und denen mit bloss „reprä-sentirten“ Tafeln kaum gedient ist, sind viel schlimmerdran. Auf deutsch: Wagner giebt uns nicht genug zubeissen. Sein recitativo — wenig Fleisch, schon mehrKnochen und sehr viel Brühe — ist von mir „allagenovese“ getauft: womit ich durchaus den Genuesennicht geschmeichelt haben will, wohl aber dem älterenrecitativo, dem recitativo secco. Was gar das Wag-nerische „Leitmotiv“ betrifft, so fehlt mir dafür alleskulinarische Verständniss. Ich würde es, wenn manmich drängt, vielleicht als idealen Zahnstocher geltenlassen, als Gelegenheit, Reste von Speisen los zu werden.Bleiben die „Arien“ Wagner’s. — Und nun sage ich keinWort mehr.