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Sie’s doch \ r- .Sie wissen nicht, wer Wagner ist: ein ganzgrosser Schauspieler! Giebt es überhaupt eine tiefere,eine schwerere Wirkung im Theater? Sehen Sie dochdiese Jünglinge — erstarrt, blass, athemlos! Das sindWagnerianer: das versteht Nichts von Musik, — und 'trotzdem wird Wagner über sie Herr... Wagner’s Kunstdrückt mit hundert Atmosphären: bücken Sie sich nur,man kann nicht anders . . . Der Schauspieler Wagnerist ein Tyrann, sein Pathos wirft jeden Geschmack, jedenWiderstand über den Haufen. — Wer hat diese Über-zeugungskraft der Gebärde, wer sieht so bestimmt, sozu allererst die Gebärde! Dies Athem - Anhalten desWagnerischen Pathos, dies Nicht-mehr-loslassen-Wolleneines extremen Gefühls, diese Schrecken einflössendeLänge in Zuständen, wo der Augenblick schon er-würgen will! — —
War Wagner überhaupt ein Musiker? Jedenfallswar er etwas Anderes mehr: nämlich ein unvergleich-licher histrio, der grösste Mime, das erstaunlichsteTheater-Genie, das die Deutschen gehabt haben, unser •Sceniker par excellence. Er gehört wo andershin alsin die Geschichte der Musik: mit deren grossen Echtensoll man ihn nicht verwechseln. AVagner und Beethoven— das ist eine Blasphemie — und zuletzt ein Unrechtselbst gegen Wagner ... Er war auch als Musiker nurDas, was er überhaupt war: er wurde Musiker, erwurde Dichter, weil der Tyrann in ihm, sein Schau-spieler-Genie, ihn dazu zwang. Man erräth Nichts vonWagner, so lange -man nicht seinen dominirenden Instinkterrieth.
AA'agner war nicht Musiker von Instinkt. Diesbewies er damit, dass er alle Gesetzlichkeit und, be-stimmter geredet, allen Stil in der Musik preisgab, um
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