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Einem hinterdrein fast alle andern Musiker zu robustVorkommen. — Will man mir glauben, so hat man denhöchüst^n Begriff Wagner nicht aus Dem zu entnehmen,was heute von ihm gefällt. Das ist zur Überredungvon Massen erfunden, davor springt Unsereins wie voreinem allzufrechen Alfresco zurück. Was geht uns dieaga9ante Brutalität der Tannhäuser-Ouvertüre an? Oder ,der Circus Walküre? Alles, was von Wagner’s Musik Lauch abseits 'vom Theater populär geworden ist, istzweifelhaften Geschmacks und verdirbt den Geschmack. -Der Tannhäuser-Marsch scheint mir der BiedermännereiWerdächtig; die Ouvertüre zum fliegenden Holländer istein Lärm um Nichts; das Lohengrin-Vorspiel gab daserste, nur zu verfängliche, nur zu gut gerathene Beispieldafür, wie man auch mit Musik hypnotisirt (— ich magalle Musik nicht, deren Ehrgeiz nicht weiter geht, als dieNerven zu überreden)^ Aber vom Magnetiseur undAlfresco-Maler Wagner abgesehn giebt es noch einenWagner, der kleine Kostbarkeiten bei Seite legt: unserngrössten Melancholiker der Musik, voll von Blicken,Zärtlichkeiten und Trostworten, die ihm Keiner vorweg-genommen hat, den Meister in Tönen eines schwer-müthigen und schläfrigen Glücks . . . Ein Lexikon derintimsten Worte Wagner’s, lauter kurze Sachen von fünfbis fünfzehn Takten, lauter Musik, die Niemand kennt...Wagner hatte die Tug end der decadents L das_ Mit-leiden — — •—
— „Sehr gut! Aber wie kann man seinen Geschmackan diesem decadent verlieren, wenn man nicht zufälligein Musiker, wenn man nicht zufällig selbst ein decadentist?“ — Umgekehrt! Wie kann man’s nicht! Versuchen