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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
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Ich stelle diesen Gesichtspunkt voran: WagnersKunst ist krank. Die Probleme, die er auf die Bühnebringt lauter Hysteriker-Probleme, das Convul-sivische seines Affekts, seine überreizte Sensibilität, seinGeschmack, der nach immer scharfem Würzen verlangte,seine Instabilität, die er zu Principien verkleidete, nichtam wenigsten die Wahl seiner Helden und Heldinnen,diese als physiologische Tjpen betrachtet ( eineKranken-Galerie!): Alles zusammen stellt ein Ivrank-heitsbild dar, das keinen Zweifel lässt. Wagner estune ncvrose. Nichts ist vielleicht heute besser bekannt,Nichts jedenfalls besser studirt als der Proteus-Charakterder Degenerescenz, der hier sich als Kunst und Künst-ler verpuppt. Unsre Ärzte und Pli3*siologen haben inWagner ihren interessantesten Fall, zum Mindesten einensehr vollständigen. Gerade, weil nichts moderner ist alsdiese Gesammterkrankung, diese Spätheit und Über-reiztheit der nervösen Maschinerie, ist Wagner dermoderne Künstler/«;' excellence, der Cagliostro derModernität. In seiner Kunst ist auf die verführerischesteArt gemischt, was heute alle Welt am nöthigsten hat,

die drei grossen Stimulantia der Erschöpften, dasBrutale, das Künstliche und das Unschuldige(Idiotische).

Wagner ist ein grosser Verderb für die Musik. Erhat in ihr das Mittel errathen, müde Nerven zu reizen,

er hat die Musik damit krank gemacht. Seine Er-findungsgabe ist keine kleine in der Kunst, die Er-schöpftesten wieder' aufzustacheln, die Halbtodten insLeben zu rufen. Er ist der Meister hypnotischer Griffe,er wirft die Stärksten noch wie Stiere um. Der ErfolgWag-ners sein Erfolg bei den Nerven und folglichbei den Frauen hat die ganze ehrgeizig-e Musiker-

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