Fall im „Ring“) Bewundern Sie in Sonderheit diesenletzten Tiefsinn! Verstehn Sie ihn? Ich — hüte mich,ihn zu verstehn . . . Dass man noch andre Lehren ausden genannten Werken ziehn kann, möchte ich eher be-weisen als bestreiten. Dass man durch ein WagnerischesBallet zur Verzweiflung gebracht werden kann — undzur Tugend! (nochmals der Fall Tannhäuser) Dass esvon den schlimmsten Folgen sein kann, wenn man nichtzur rechten Zeit zu Bett geht (nochmals der Fall Lohen-grins). Dass man nie zu genau wissen soll, mit wemman sich eigentlich verheirathet (zum dritten Mal der FallLohengrins). — Tristan und Isolde verherrlichen den voll-kommnen Ehegatten, der, in einem gewissen Falle, nurEine Frage hat: „aber warum habt ihr mir das nichteher gesagt? Nichts einfacher als das!“ Antwort:
„Das kann ich dir nicht sagen;
und was du trägst,das kannst du nie erfahren.“
Der Lohengrin enthält eine feierliche In-Acht-Erklärungdes Forschens und Fragens. Wagner vertritt damit denchristlichen Begriff „du sollst und musst glauben“. Esist ein Verbrechen am Höchsten, am Heiligsten, wissen-schaftlich zu sein . . Der fliegende Holländer predigt dieerhabne Lehre, dass das Weib auch den Unstätestenfestmacht, Wagnerisch geredet, „erlöst“. Hier gestattenwir uns eine Frage. Gesetzt nämlich, dies wäre wahr,wäre es damit auch schon wünschenswerth? — Was wirdaus dem „ewigen Juden“, den ein Weib anbetet undfestmacht? Er hört bloss auf, ewig zu sein; er ver-heirathet sich, er geht uns Nichts mehr an. — In’sWirkliche übersetzt: die Gefahr der Künstler, der Genie’s— und das sind ja die „ewigen Juden“ — liegt im Weibe:die anbetenden Weiber, sind ihr Verderb. Fast Keiner