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die Metapher, insofern sie Verhältnisse und nicht Gegen-stände bezeichnet, das frühere Wort, welches sich erstallmählich zum eigentlichen Ausdrucke entfärbenmusste. Das Beseelen und Beleihen fiel noch in Eins zu-sammen, weil noch Ich und Welt verschmolz. Daher istjede Sprache in Rücksicht geistiger Beziehungen ein Wörter-buch erblasseter Metaphern.« Die Alten konnten sich dieKunst nur als eine bewusste vorstellen; die nichtkünst-lerischen Metaphern — in quo proprium deest — schriebensie (wie Quintil.) den indoctis ac non sentientibus zu. Ob-wohl auch der feine Mann sich oft nicht zu helfen weiss 9 ).Also aus Verlegenheit und Dummheit entstehen die volks-tümlichen Tropen, aus Kunst und Wohlgefallen die redne-rischen. Ganz falscher Gegensatz. In gewissen Fällen istdie Sprache zu Uebertragungen gezwungen, weil Synonymafehlen, in anderen Fällen sieht es aus, als triebe sie Luxus:dann vornehmlich, wenn wir die Uebertragungen mit deneher gebräuchlichen Ausdrücken vergleichen können, er-scheint die Uebertragung als freies Kunstschaffen, dieusuelle Bezeichnung als das »eigentliche« Wort.
Als Bezeichnung für Uebertragungen hatten die Griechenzuerst (z. B. Isocrates) jisxatpopa, auch Aristoteles. Hermo-genes sagt, dass bei den Grammatikern noch jxsracpopa heisse,was die Rhetoren xpdrro; nannten. Bei den Römern isttropus angenommen, bei Cicero noch translatio immutatio,später auch motus mores modi. Ueber Zahl und Unter-arten der Tropen gab es erbitterte Streitigkeiten: man kamzu 38 und mehr Arten. Wir besprechen Metapher, Synec-doche, Metonymie, Antonomasie, Onomatopoiie, Katachrese,Metalepsis, Epitheton, Allegorie, Ironie, Periphrasis, Hyper-baton, Anastrophe, Parenthesis, Hyperbel. Ueber die logischeBerechtigung dieser Arten will ich nichts sagen; man mussaber die Ausdrücke verstehen.
Die Metapher ist ein kürzeres Gleichniss, wie wieder-um das Gleichniss als p-szafopa nXsovaCooaa bezeichnet wird.Cic. de orat. III 40, 159 s. findet es verwunderlich, dass dieMenschen bei dem grössten Reichthum an eigentlichen Aus-
9 ) iVnoi ißouy.oXoOvTo, »silberne Hufeisen«.