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18 : Abth. 3, Philologica ; Bd. 2 (1912) Unveröffentlichtes zur Litteraturgeschichte, Rhetorik und Rhythmik
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falls als Zeichen voller Gesundheit angesehen; es gebe trüb-selige und von jeder Anmuth entblösste Redner, die ihregeistige Frische, von der sie so viel Wesens machen, nichtaus einer starken Organisation, sondern durch eine Hunger-kur gewinnen. »Den Aerzten gefällt aber das physischeDasein einer Gesundheit nicht, die man durch ängstlicheSorgsamkeit erwirbt; nicht krank sein, genügt durchausnicht: wacker, lustig, froh soll der Mensch sein. Wo mannur das Wohlbefinden zu rühmen weiss, da ist die Kränk-lichkeit nicht ferne.« Die Schönheit gilt ihm gewisser-maassen als die ßlüthe der Gesundheit, c. 21: »es ist mitder Rede, wie mit dem menschlichen Körper: sie ist nurdann schön, wenn die Adern daran nicht hervortreten, dieKnochen nicht zu zählen sind, wenn vielmehr gesundesgutes Blut die Glieder füllt, schwellende Muskeln bildetund auch über die Nerven die Röthe breitet und alles schöndarstellt.« Andererseits macht Cicero de oratore III 25, 98 ss.darauf aufmerksam, wie an die grösste Sinnenlust dergrösste Ueberdruss angrenzt: es sei also grosse Gefahr mitdem ornatus verknüpft. Die Rede muss Schatten und Ruhe-punkte darbieten, einmal, damit keine Abstumpfung eintrete,sodann, damit die Lichtseiten hervortreten (wie Hamannsagt: »Deutlichkeit ist die richtige Vertheilung von Lichtund Schatten«).

Die allgemeinen Eigenschaften des ornatus beschi'eibtQuint. VIII c. 3, 61: ornatum est, quod perspicuo ac pro-babili plus est also eine Steigerung (oder Modifikation)der Eigenschaften der Deutlichkeit und des Angemessenen.Die grammatische Correktheit lässt sich nicht steigern, abermodificiren, durch Ausdrucksweisen, die von dem Her-kömmlichen zwar abweichen, aber doch berechtigt sind undangenehme Abwechslung bringen (z. B. alterthümlicheFormen und Ausdrücke). Die sogenannten grammatischenFiguren gehören hierher. Dann Abweichen von der pro-prietas durch die Tropen. Die Deutlichkeit zu steigerndurch Anwendung von Bildern und Gleichnissen, oder aus-drucksvolle Kürze oder Amplifikation. Dann Sentenzen undFiguren als Kunstmittel der Rede, zur Verstärkung des

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