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Affektation, der Stil erscheint als »gemacht« (das was wir»rhetorische« oder poetische Prosa nennen), entsteht ausder Neigung, den Stil blühend zu machen: dahin gehörtaber auch das Frostige ro 'Vj/pov (Arist. Rhet. III 3) im Ge-brauch dichterischer Composita, glossematischer Ausdrücke,überflüssiger Epitheta und zu weit hergeholter Metaphern.11. to dvotxovoprpov schlecht disponirt. 12. da/V)[j.axov schlechtangewandte Figuren. 13. xaxooruv&sTov schlecht gestellt.Der aap8ioifj.6? ist Vermischung der Dialekte (Attisch mitDorisch, Ionisch, Aeolisch). Dann die Vermischung derStilarten, des Erhabenen mit Niedrigem, Alten mit Neuem,Poetischen mit Gewöhnlichem. Um passend zu sprechen,muss man nicht nur auf das sehen, was nützt, sondern auchauf das, was sich geziemt. Apologie des Sokrates darnachzu beurtheilen. — Manche von diesen vitia kommen nunauch als Zierden, als Steigerungen später, unter der Rubrikdes ornatus, vor.
Es kommt ferner darauf an, für wen und bei wem manspricht, zu welcher Zeit, an welchem Ort, für welche Sache.Anders der bejahrte Redner, anders der junge Mann. Be-wundernswerth Lysias, sich bei seinen Reden nach demCharakter der Redenden zu richten, ebenso nach den Zu-hörern und dem Gegenstände. Dionys, de Lys. iudic. 9p. 245. Manche an sich lobenswerthe Eigenschaften könnenunpassend erscheinen — in einem Process auf Leben undTod ist zu grosse Sorgfalt des Stils und Kunst der Kom-position nicht erlaubt. Die epideiktische Beredsamkeit ver-langt viel mehr Schmuck als die gerichtliche. Die scharfeScheidung der genera im Ausdruck führte sogar zur Manier:Quint. III 8, 58 klagt, dass einige Declamatoren bei derSuasoria einen schroffen Anfang affektiren, eine eilige undaufgeregte Rede, im Ausdruck den cultus effusior, um inallen Stücken von der Gerichtsrede abzuweichen. — Alsoin summa: Reinheit und Deutlichkeit überall; alles abermodificirt nach dem Charakteristischen von Ort, Gelegen-heit, Sprechenden, Zuhörenden — das Stilgefühl, welchesin jedem Falle einen modificirten Ausdruck verlangt: etwawie in der Musik der gleiche Rhythmus eines Tonstücks