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18 : Abth. 3, Philologica ; Bd. 2 (1912) Unveröffentlichtes zur Litteraturgeschichte, Rhetorik und Rhythmik
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An sich giebt es weder eine reine noch eine unreine Rede.Sehr wichtiges Problem, wie sich das Gefühl für die Rein-heit allmählich bildet, und wie eine gebildete Gesellschaftwählt, bis sie das ganze Bereich umschrieben hat. Offen-bar verfährt sie hier nach unbewussten Gesetzen undAnalogieen; eine Einheit, ein einheitlicher Ausdruck wirderreicht: wie einem Volksstamm ein Dialekt genau ent-spricht, so einer Societät ein als »rein« sanktionirter Stil.In Perioden eines Sprachwachsthums ist von »Reinheit« nichtdie Rede: nur bei einer abgeschlossenen Sprache. Barba-rismen, häufig wiederholt, gestalten endlich die Sprache um:so bildete sich die xoivyj yXijiaaa, später die byzantinischeptuixatxyj yAöjaaa, endlich das gänzlich barbarisirte Neu-griechisch. Wie viel Barbarismen haben daran gearbeitet,um aus dem Lateinischen die romanischen Sprachen zubilden. Und durch diese Barbarismen und Soloecismen kames zu gutem, sehr gesetzmässigem Französisch!

Das x a & a p o v xrjc XsLuk allgemeines Erforderniss:nicht nur grammatische Correktheit, sondern auch richtigeWahl der Worte. Aristot. Rhet. III 5 sagt: dpyj t xy)? Xscew?to iXX^vtCstv. Die späteren Redner gehen im reinen Atti cis-mus bis zur Manierirtheit. Bei Cornific. IV 12, 17 wirdebenso die latinitas betont welche die Rede freihält vonSoloecismen, syntaktischen Verstössen, und Barbarismen,Verstössen gegen die Formenlehre (das Wort von derathenischen Colonie 26 Xol in Cilicien, besonders schlechtesGriechisch Strabo XIV p. 663). Die Barbarismen sindfolgende: 1. Trpoahscii;: z. B. 2<oxpdx7jv für StuxpaY/), relliquiaeals »adiectio litterae«; 2. d<pai'psaie: 'Epp^j statt 'Epp-Tjv, pretorfür praetor als »detractio litterae«; 3. svaXXa-pj: z. B. 7j0uvd[xr;vfür ISovdp.TjV als immutatio litterae, si litteram aliam proalia pronuntiemus ut arvenire pro advenire; 4. p.sxdlhcji?:Bpupoufür oicppov, transmutatio litterae Evandre statt Evander;5. mvakoKD-q : 6 öa'xspoc statt 6 sxspos bei Menander, weil dieCrasis fta'xspov nur das Neutrum betreffen kann; 6. Siai'psais:z. B. AvjpLocj&svia statt A^p-oahevr,; 7. xaxa xovov: z. B. ßooXwp.aifür ßouXopai; 8. xaxa /povooc: z. B. steteruntque comae;9. xaxa ~vsuu.a: z. B. aopiov statt aüpiov, omo für homo,