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und den Tropen ein Unterschied ist, giebt es einen zwischender regelrechten Rede und den sogenannten rhetorischenFiguren. Eigentlich ist alles Figuration, was man ge-wöhnlich Rede nennt. Die Sprache wird geschaffen vonden einzelnen Sprachkünstlern, festgestellt aber dadurch,dass der Geschmack der Vielen eine Auswahl trifft. Dieeinzeln Wenigen reden er/r^iaxct, ihre virtus vor Vielen.Dringen sie nicht durch, so beruft sich Jeder ihnen gegen-über auf den usus und spricht von Barbarismen undSolöcismen. Eine Figur, welche keine Abnehmer findet,wird Fehler. Ein von irgend einem usus angenommenerFehler wird eine Figur. Die Freude an Gleichklängengilt auch bei den pr ( xopss, xd Taa a/j^iiax?.. zu denken an die-aptadiasic des Gorgias. Aber über das Maass ist grosserStreit: der Eine ist da entzückt, wo der Andere widrigeFehler empfindet. Luther tadelt als neue Wörter beherzigen,erspriesslich. Sie sind durchgedrungen, ebenso wie »furcht-los« seit Simon Dach, »empfindsam« seit der Uebersetzungvon Yoriks empfindsamer Reise 1768. »Umsicht« als Ueber-setzung von circumspectio von 1794, »Leidenschaft« erstseit Ch. Wolf nach uallo?. Aber die Formen der Enallage,Hypallage, Pleonasmus sind bereits im Werden der Sprache,des Satzes thätig; die gesammte Grammatik ist das Produktdieser sogenannten figurae sermonis 2 ).
§ 4 .
Reinheit, Deutlichkeit und Angemessenheit der elocutio.
Von »Reinheit« ist nur die Rede bei einem sehr ent-wickelten Sprachsinn eines Volkes, der vor allem in einergrossen Societät, unter den Vornehmen und Gebildeten sichfestsetzt. Hier entscheidet sich, was als provinziell, alsDialekt und was als normal gilt, d. h. »Reinheit« ist dannpositiv der durch den usus sanktionirte Gebrauch der Ge-bildeten in der Gesellschaft, »Unrein« alles, was sonst inihr auffällt. Also das »Nicht-Auffällige« ist das Reine.
z ) Ausführliche Sammlungen in diesem Sinne gemacht bei GustavGerber, »Die Sprache als Kunst«, Bromberg 1871.