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durch rejrv r ( theoretische Anleitung, a axYjai? oder jAeXen;Uebung. Diese Dreiheit zuerst von Protagoras aufgestellt.Vereinigt im Anfänge von pro Archia poeta: Si quid estin me ingenii, indices, quod sentio quam sit exiguum, autsi qua exercitatio dicendi, in qua me non infitior mediocriteresse versatum, aut si huiusce rei ratio aliqua ab optimarumartium studiis ac disciplina profecta, a qua ego nullumconfiteor aetatis meae tempus abhorruisse etc.
§ 3 .
Verhältniss des Rhetorischen zur Sprache.
»Rhetorisch« nennen wir einen Autor, ein Buch, einenStil, wenn ein bewusstes Anwenden von Kunstmitteln derRede zu merken ist, immer mit einem leisen Tadel. Wirvermeinen, es sei nicht natürlich und mache den Ein-druck des Absichtlichen. Nun kommt sehr viel auf denGeschmack des Urtheilenden an und darauf, was ihm ge-rade »natürlich« ist. Im Allgemeinen erscheint uns, diewir rohe Sprachempiriker sind, die ganze antike Litteraturetwas künstlich und rhetorisch, zumal die römische. Dashat auch darin seinen tieferen Grund, dass die eigentlicheProsa des Alterthums durchaus Widerhall der lauten Redeist und an deren Gesetzen sich gebildet hat: während unsereProsa immer mehr aus dem Schreiben zu erklären ist,unsere Stilistik sich als eine durch Lesen zu percipirendegiebt. Der Lesende und der Hörende wollen aber eineganz andere Darstellungsform, und deshalb klingt uns dieantike Litteratur »rhetorisch«: d. h. sie wendet sich zu-nächst ans Ohr, um es zu bestechen. AusserordentlicheAusbildung des rhythmischen Sinnes bei Griechen undRömern, im Hören des Gesprochenen, bei ungeheurer fort-währender Uebung. — Es steht hier ähnlich wie bei derPoesie — wir kennen Litteraturpoeten, die Griechen wirk-liche Poesie ohne Vermittlung des Buches. Wir sind vielblasser und abstrakter.
Es ist aber nicht schwer zu beweisen, dass was manals Mittel bewusster Kunst »rhetorisch« nennt, als Mittelunbewusster Kunst in der Sprache und deren Werden thätig