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18 : Abth. 3, Philologica ; Bd. 2 (1912) Unveröffentlichtes zur Litteraturgeschichte, Rhetorik und Rhythmik
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Prestidigitateurs, sondern hervorgewachsen aus einem Erd-reich, das mit handfesten Werkzeugen emsig und beharrlichbearbeitet wurde.

In dieser Richtung liegt auch, nach Holzers plan-voller Auslese, Zweck und Ziel der ganzen Veröffent-lichung. Was bedeuten die Fachstudien für NietzschesPersönlichkeit und selbständige Schriften? Wer mit diesemGedanken die Vorlesungen durchgeht, wird auf Schritt undTritt halt machen und einen Fund mitzunehmen haben.Bezeichnend ist gleich auf dem ersten Bogen dieses Bandesder Elan, mit dem der Begriff einer nicht - litterarischenBildung entwickelt und ins Vordertreffen geschoben wird»was liegt an Büchern, an diesen Särgen und Leichen-tüchern!« Der kühne Versuch, die ästhetische Wirkungdes überlieferten Corpus Homericum zu bestimmen, gibteine willkommene Ergänzung zu der Homerrede und ver-wandten Aeusserungen (s. meine Rohdebiographie S. 46).Manches in den Darlegungen über Theognis, die Tragikeroder über »die schwächliche Humanität Menanders« klingtwie »später« Nietzsche. Immer wieder lässt uns der jugend-liche Dozent jene »Tiefblicke in das Leben der Alten« thun,die Rohde (Biogr. S. 94) an den Aphorismenbüchern be-wunderte. Auch zu »Richard Wagner in Bayreuth« spinnensich mancherlei Fäden hinüber. Züge aus dem Bilde desDemosthenes werden in der vierten Unzeitgemässen ver-werthet (Abschn. 9 Ende); in Darlegungen über halb ver-schollene griechische Poeten leuchtet der Name auf, derfür Nietzsche das höchste Symbol künstlerischen Lebensbedeutete, und neben die Diagramme antiker Verse undStrophen treten Formeln, die den Rhythmus und Perioden-bau der Musik zum Tristan oder Siegfried festzuhaltensuchen.

Die Abhängigkeit der Werke von den Heften ist oftmit Händen zu greifen. Der Text wird leicht umgestaltet,hier erweitert, dort zusammengefeilt; aus der Vorlesungs-skizze wird der Abschnitt eines Buches oder Vortrags. Esgiebt Fälle, wo in dem Heft die handschriftliche Vorlagefür ganze Abschnitte der Jugendschriften zu finden ist. So