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Auf jeder Oberfläche sass ich schon, gleich müdemStaube schlief ich ein auf Spiegeln und Fensterscheiben:Alles nimmt von mir, Nichts giebt, ich werde dünn, —■fast gleiche ich einem Schatten.
Dir aber, oh Zarathustra, flog und zog ich amlängsten nach, und, verbarg ich mich schon vor dir, sowar ich doch dein bester Schatten: wo du nur gesessenhast, sass ich auch.
Mit dir bin ich in fernsten, kältesten Welten um-gegangen, einem Gespenste gleich, das freiwillig überAVinterdächer und Schnee läuft.
Mit dir strebte ich in jedes Verbotene, Schlimmste,Fernste: und wenn irgend Etwas an mir Tugend ist, soist es, dass ich vor keinem Verbote Furcht hatte.
Mit dir zerbrach ich, was je mein Herz verehrte,alle Grenzsteine und Bilder warf ich um, den gefähr-lichsten Wünschen lief ich nach, — wahrlich, über jed-wedes Verbrechen lief ich einmal hinweg.
Mit dir verlernte ich den Glauben an Worte undAVerthe und grosse Namen. Wenn der Teufel sich häutet,fällt da nicht auch sein Name ab? Der ist nämlich auchHaut. Der Teufel selber ist vielleicht — Haut.
„Nichts ist wahr, Alles ist erlaubt“: so sprach ichmir zu. In die kältesten Wasser stürzte ich mich, mitKopf und Herzen. Ach, wie oft stand ich darob nacktals rother Krebs da!
Ach, wohin kam mir alles Gute und alle Schamund aller Glaube an die Guten! Ach, wohin ist jeneverlogne Unschuld, die ich einst besass, die Unschuldder Guten und ihrer edlen Lügen!
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