Und timt dir ein Freund Übles, so sprich: „ichvergebe dir, was du mir tliatest; dass du es aber dirthatest, — wie könnte ich das vergeben!“
Also redet alle grosse Liebe: die überwindet auchnoch Vergebung und Mitleiden.
Man soll sein Herz festhalten; denn lässt man esgehn, wie bald geht Einem da der Kopf durch!
Ach, wo in der Welt geschahen grössere Thor-heiten, als bei den Mitleidigen? Und was in der Weltstiftete mehr Leid, als die Thorheiten der Mitleidigen?
AVehe allen Liebenden, die nicht noch eine Höhehaben, welche über ihrem Mitleiden ist!
Also sprach der Teufel einst zu mir: „auch Gotthat seine Hölle: das ist seine Liebe zu den Menschen.“
Und jüngst hörte ich ihn diess AVort sagen: „Gottist todt; an seinem Mitleiden mit den Menschen ist Gottgestorben.“ —
So seid mir gewarnt vor dem Mitleiden: daherkommt noch den Menschen eine schwere AVolke! AAUhr-lich ich verstehe mich auf AAAtterzeichen!
Merket aber auch diess AAMrt: alle grosse Liebe istnoch über all ihrem Mitleiden: denn sie will das Geliebtenoch — schaffen!
„Mich selber bringe ich meiner Liebe dar, undmeinen Nächsten gleich mir“ — so geht die Redeallen Schaffenden.
Alle Schaffenden aber sind hart. —
Also sprach Zarathustra.
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