Vom neuen Götzen.
Irgendwo giebt es noch Völker und Heerden, dochnicht bei uns, meine Brüder: da giebt es Staaten.
Staat? Was ist das? Wohlan! Jetzt thut mir dieOhren auf, denn jetzt sage ich euch mein Wort vomTode der A^ölker.
Staat heisst das kälteste aller kalten Ungeheuer.Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinemMunde: „Ich, der Staat, bin das Volk.“
Lüge ist’s! Schaffende waren es, die schufen dieVölker und h ängten einen Glauben und eine Liebe über_sie hin: also dienten sie dem Leben.
Vernichter sind es, die stellen Fallen auf für Vieleund heissen sie Staat: sie hängen ein Schwert undhundert Begierden über sie hin.
[ Wo es noch Volk giebt, da versteht es den Staat/nicht und hasst ihn als bösen Blick und Sünde an Sitten' und Rechten.
Dieses Zeichen gebe ich euch: jedes Volk sprichtseine Zunge des Guten und Bösen: die versteht derNachbar nicht. Seine Sprache erfand es sich in Sittenund Rechten.