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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
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Unterdrückung des Ausdrucks, hatte die Leidenschaftenselber nicht mehr, und ein anmuthiges, flaches, spielendesWesen an ihrer Stelle, ein Zeitalter, das mit der Un-fähigkeit behaftet war, unartig zu sein: sodass selbsteine Beleidigung nicht anders als mit verbindlichenWorten angenommen und zurückgegeben wurde. Viel-leicht giebt unsere Gegenwart das merkwürdigste Gegen-stück dazu ab: ich sehe überall, im Leben und auf demTheater, und nicht am wenigsten in Allem, was geschrie-ben wird, das Wohlbehagen an allen gröberen Aus-brüchen und Gebärden der Leidenschaft: es wird jetzteine gewisse Convention der Leidenschaftlichkeit ver-langt, nur nicht die Leidenschaft selber! Trotzdemwird man sie damit zuletzt erreichen, und unsre Nach-kommen werden eine ächte Wildheit haben und nichtnur eine Wildheit und Ungebärdigkeit der Formen.

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Ivenntniss der N'oth. Vielleicht werden dieMenschen und Zeiten durch Nichts so sehr von einandergeschieden, als durch den verschiednen Grad von Kennt-niss der Noth, den sie haben: Noth der Seele -wie desLeibes. In Bezug auf letztere sind wir Jetzigen vielleichtallesammt, trotz unsrer Gebrechen und Gebrechlich-keiten, aus Mangel an reicher Selbst-Erfahrung Stümperund Phantasten zugleich: im Vergleich zu einem Zeit-alter der Furcht dem längsten aller Zeitalter, woder Einzelne sich selber gegen Gewalt zu schützen hatteund um dieses Zieles willen selber Gewaltmensch seinmusste. Damals, machte ein Mann seine reiche Schulekörperlicher Qualen und Entbehrungen durch und be-griff selbst in einer gewissen Grausamkeit gegen sich,

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