Druckschrift 
17 : Abt. 3, Philologica ; Bd. 1 (1910) Gedrucktes und Ungedrucktes aus den Jahren 1866 - 1877
Entstehung
Seite
286
Einzelbild herunterladen
 

286

schlagen, bei denen aber entweder wesentliche Punkte in denAngaben des ersteren oder gar die so unzweideutige Grund-färbung der genannten Schrift verkannt wurden, ist es inder That eine Erquickung, einer so frischen und an sichanziehenden Hypothese zu begegnen, in der die ausdrück-lichen Erklärungen des Photius zum ersten Male ohne Restaufgehen. Bekanntlich berichtet dieser über die Meta-morphosensammlung eines gewissen Lucius von Paträ underwähnt dabei die auffällige formale und stoffliche Ver-wandtschaft der zwei ersten k6yoi mit dem v üvos des Lucian.Es liegt ihm keine bestimmte Ueberlieferung über diePriorität einer dieser Schriften vor; was er dagegen mitNachdruck geltend macht, ist die Grundverschiedenheit desTones und der Tendenz. Dieselbe Geschichte von der Ver-wandlung eines Menschen in einen Esel wird in dem grösserenWerke des Lucius mit weihevoller Gläubigkeit, in derkleineren Schrift des Lucian mit schalkhafter Ironie erzählt,zudem mit der Wendung, dass als Pleld der Geschichte ebenjener Lucius von Paträ eingeführt wird. Die Angabe überdie abergläubige Haltung jener Metamorphosensammlungist mit dem grössten Rechte von dem Verfasser in denVordergrund gerückt worden: von dieser Erkenntniss ausist nur noch ein Schritt zu der Grundhypothese Rohdes,nach der die kürzere Schrift eine Parodie jenes Abschnittesder grösseren und eine Satire auf ihren Verfasser ist.Dieser geistreich dargelegte Gesichtspunkt hat seine innereGüte und Gesundheit nachträglich an verschiedenenProblemen zu bewähren, von denen das wichtigste dieAutorschaft jenesjvo? angeht. Ohne jenen Gesichtspunktist schlechterdings nicht abzusehen, mit welchem RechtederOvo? unter den Schriften Lucians erscheint: so starkist, nach Rohdes gelehrtem und geschmackvollem Nachweise,die Verschiedenheit der Darstellungsformen, der Stilfärbung,des Satzbaues und Wortverbrauchs. Hier rettet vor einemvoreiligen Schlüsse allein die Annahme einer directen Stil-parodie, wie sie ja auch Photius an die Hand giebt, wenner sagt, Lucian habe aus Lucius herübergenommen, wasseinem Zweck nicht widersprach, ah-olc hiczai ztz'i auvxdSscsiv.