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16 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 8 (1911) Der Wille zur Macht : drittes und viertes Buch
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1072.

Christenthum. Wer mir in seinem Verhältnisszum Christenthum heute zweideutig wird, dem gebe ichnicht den letzten Finger meiner zwei Hände. Hiergiebt es nur Eine Rechtschaffenheit: ein unbedingtesNein, ein Nein des Willens und der That . . . Wer zeigtmir noch etwas Widerlegteres, etwas von allen höherenWerthgefühlen so endgültig Gerichtetes als das Christen-thum? In ihm die Verführung als Verführung erkanntzu haben, in ihm die grosse Gefahr, den Weg zum Nichts,der sich als Weg zur Gottheit zu geben wusste, dieseewigen Werthe als Verleumder-Werthe erkannt zuhaben was anders macht unsern Stolz, unsre Aus-zeichnung vor zwei Jahrtausenden aus? . . .

1073.

Die grossen Fälschungen unter der Herrschaft dermoralischen Werthe: 1) in der Geschichte (Politikeingerechnet); 2) in der Erkenntnisstheorie; 3) in der Be-urtheilung von Kunst und Künstlern; 4) in der Werth-abschätzung von Mensch und Handlung (von Volk undRasse); 5) in der Psychologie; 6) im Bau der Philo-sophieen (sittliche Weltordnung und dergleichen); 7) inder Physiologie, Entwicklungslehre (Vervollkommnung,Socialisirung,Selektion).

1074.

Wenn durch Übung in einer langen Geschlechter-kette genug Feinheit, Tapferkeit, Vorsicht, Mässigung