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16 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 8 (1911) Der Wille zur Macht : drittes und viertes Buch
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gehens: das leidenschaftlich-schmerzliche Überschwellenin dunklere, vollere, schwebendere Zustände; ein ver-zücktes Jasagen zum Gesammt-Charakter des Lebens,als dem in allem Wechsel Gleichen, Gleich-Mächtigen,Gleich-Seligen; die grosse pantheistische Mitfreudigkeitund Mitleidigkeit, welche auch die furchtbarsten undfragwürdigsten Eigenschaften des Lebens gutheisst undheiligt; der ewige Wille zur Zeugung, zur Fruchtbar-keit, zur Wiederkehr; das Einheitsgefühl der Noth-wendigkeit des Schaffens und Vernichtens.

Mit dem Wortapollinisch ist ausgedrückt: derDrang zum vollkommenen Für-sich-sein, zum typischenIndividuum zu Allem was vereinfacht, heraushebt,stark, deutlich, unzweideutig, tj^pisch macht: die Freiheitunter dem Gesetz.

An den Antagonismus dieser beiden Natur-Kunst-gewalten ist die Fortentwicklung der Kunst ebenso noth-wendig geknüpft, als die Fortentwicklung der Mensch-heit an den Antagonismus der Geschlechter. Die Fülleder Macht und die Mässigung, die höchste Form derSelbstbejahung in einer kühlen, vornehmen, sprödenSchönheit: der Apollinismus des hellenischen Willens.

Diese Gegensätzlichkeit des Dionysischen und Apol-linischen innerhalb der griechischen Seele ist eines dergrossen Räthsel, von dem ich mich angesichts des grie-chischen Wesens angezogen fühlte. Ich bemühte michim Grunde um nichts als um zu errathen, warum ge-rade der griechische Apollinismus aus einem dionysischenUntergrund herauswachsen musste: der dionysische Griechenöthig hatte, apollinisch zu werden: das heisst, seinenWillen, zum Ungeheuren, Vielfachen, Ungewissen, Ent-setzlichen zu brechen an einem Willen zum Maass, zurEinfachheit, zur Einordnung in Regel und Begriff.

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