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16 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 8 (1911) Der Wille zur Macht : drittes und viertes Buch
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385
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Die geistigsten Menschen empfinden den Reiz undZauber der sinnlichen Dinge, wie es sich die anderenMenschen solche mit denfleischernen Herzen garnicht vorstellen können, auch nicht vorstellen dürften:sie sind Sensualisten im besten Glauben, weil sie denSinnen einen grundsätzlicheren Werth zugestehen alsjenem feinen Siebe, dem Verdünnungs-, Verkleinerungs-apparate, oder wie das heissen mag, was man, 'in derSprache des Volkes,Geist nennt. Die Kraft undMacht der Sinne das ist das Wesentlichste an einemwohlgerathenen und ganzen Menschen: das prachtvolleThier muss zuerst gegeben sein, was liegt sonst anallerVermenschlichung!

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1) Wir wollen unsre Sinne festhalten und denGlauben an sie und sie zu Ende denken! DieWidersinnlichkeit der bisherigen Philosophie als dergrösste Widersinn des Menschen.

2) Die vorhandene Welt, an der alles Irdisch-Lebendige gebaut hat, dass sie so scheint (dauerhaft undlangsam bewegt), wollen wir weiter bauen, nichtaber als falsch wegkritisiren!

3) Unsre Werthschätzungen bauen an ihr; sie betonenund unterstreichen. Welche Bedeutung hat es, wennganze Religionen sagen:es ist Alles schlecht und falschund böse! Diese Verurtheilung des ganzen Processeskann nur ein Urtheil von Missrathenen sein!

4) Freilich, die Missrathenen könnten die Leidendstenund Feinsten sein? Die Zufriedenen könnten wenigwerth sein?

Nietzsche, Werke II. Abtheilung, Bd. XVI.

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