h) Zur Götzendämmerung.
Schluss einer verloren gegangnen Vorrede.
299.
. . . Hier kommt mir eine heitere Erinnerung. Icherzähle, was ein kleines Buch mir erzählt hat, als es vonseiner ersten deutschen Reise heimkehrte. „Jenseitsvon Gut und Böse“ ist sein Titel, — es war, unteruns gesagt, das Vorspiel zu einem Werke, von dem ichmich eben durch etwas „Müssiggang“ erhole. Das kleineBuch sagte zu mir: „Ich weiss ganz gut, was mein Fehlerist: ich bin zu neu, zu reich, zu leidenschaftlich, — ichstöre die Nachtruhe. Es giebt Worte in mir, die einemGotte noch das Herz zerreissen, ich bin ein Rendezvousvon Erfahrungen, die man nur 6000 Fuss über jedemmenschlichen Dunstkreis macht: Grund genug, dass dieDeutschen mich ,verstanden 1 . . .“ Aber, antworteteich, mein armes Buch, wie konntest du auch deine Perlen
— vor die Deutschen werfen? Es war eine Dummheit!
— Und nun erzählte mir das kleine Buch, was ihm be-gegnet war.
In der That, man hat sich seit 1871 nur zu gründ-lich in Deutschland über mich unterrichtet: der Fall be-wies es. Ich wundere mich nicht, wenn man meinenZarathustra nicht versteht: ein Buch so fern, so schön,dass man Götterblut in den Adern haben muss, um seine