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14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
Entstehung
Seite
310
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Der sittliche Geschmack ist eine Sache ohne Gründe,aber er ist entstanden einmal als Zwang, in Folgevon anderen Trieben, welche ein bestimmtes Ur-theil und Werthschätzen aufnöthigten.

Wo wir unsre Gefühle wegen der Complicirtheit ihrerEntstehung nicht mehr abzuleiten wissen, dasetzen wir sie an als etwas Anderes; so sinddie ästhetischen, ethischen, moralischen, metaphy-sischen Triebe zu verstehen.

Wir erfinden einen Namen und meinen, ihm entsprecheetwas Neues.

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1. Asketischer Versuch, sich von der Moral zu befreien:

warum? Praktische Consequenz zunächst: sol-datische Armuth, Nähe des Todes. Freigeist.

2. Aber jetzt erkennen wir die Freigeisterei selber als

Moral. Inwiefern? Alle Empfindungen sindmoralisch gefärbt. Was wir thaten, war eine Cur,ein Mittel zum Leben. Moral erschien als eineExistenzbedingung.

3. Der neue freiere Blick für Moral als Existenz- und

Förderungsbedingung des Lebens.

Heerde Entwicklung des Ichs. Keine Ver-geltung u. s. w.

4. Versuch eines Standpunktes jenseits von Gut und

Böse.

144.

Asketismus: nur die Vernunft ausbilden.

Sich die kleinen Freuden eingestehn, welchedie Erkenntniss macht, alle anderen von sichabwehren.