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Wagner ist eines von jenen drei Schauspieler-Genie’sder Kunst, von welchen die Menge in diesem Jahr-hundert — und es ist ja das „Jahrhundert der Menge“!— erst den Begriff „Künstler“ zu lernen hatte:ich meine jene drei wunderlichen und gefährlichenMenschen — Paganini, Liszt und vielleicht, in einembeträchtlichen Theile seiner Natur, eben auch Wagner •—,welche ebensosehr zum „Nachmachen“ als zum Erfinden,zum Schaffen in der Kunst des Nachmachens selbervorherbestimmt waren, und deren Instinct Alles errathenhat, was zum Zweck des Vortrags, des Ausdrucks, derWirkung, der Bezauberung, der Verführung ausfindig undausgiebig gemacht werden kann. Als dämonische Mittlerund Kunst-Interpreten wurden sie — und sind sie heutedie Meister aller Künstler der Interpretation überhaupt:Jedermann in diesen Kreisen hat von ihnen gelernt; —unter Schauspielern und ausübenden Spielleuten jederArt wird man deshalb auch den Herd und insgleichendie Herkunft des eigentlichen „Wagner-Cultus“ zu suchenhaben. Abgesehen aber von diesen Kreisen, denen manalles Recht zu ihrem Glauben und Aberglauben zusprechendarf, und im Hinblick auf die gesammte Erscheinungjener drei Schauspieler-Genie’s und ihren geheimsten undallgemeinsten Sinn, komme ich bei mir nicht darüberhinweg, immer dieselbe Frage wieder aufzuwerfen: Wassich in jenen Dreien scheinbar neu ausdrückt, ist das viel-leicht doch nur der alte und ewige „Cagliostro“, nur neuverkleidet, neu in Scene gesetzt, „in Musik gesetzt“, inReligion gesetzt, — wie es dem Geschmack des neuenJahrhunderts — dem Jahrhundert der Menge, wie ge-sagt, — am besten entsprechen mag? Also nicht mehrwie der letzte Cagliostro als der Verführer einer vor-nehmen und ermüdeten Cultur, sondern — als dema-