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14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
Entstehung
Seite
153
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sich selber, soweit er noch „wagnerisirt“ — und zwarje gründlicher gerade er bei Wagner in die Schule ge-gangen, bei Wagner gelernt hat.

VII.

Es mag heute freilich schlimm um die geringer be-gabten, auch um die geld- und ehrgeizigen Musiker be-stellt sein: es giebt gerade für sie ausgesuchte Verfüh-rungen in der Art Wagner’s, Musik zu machen. Es istnämlich leicht, mit Wagner’schen Mitteln und Kunst-griffen zu componiren, es mag auch bei dem demagogi-schen Verlangen heutiger Künstler nach Aufregung der„Massen“ lohnbringender sein, nämlich „wirkungsvoller“,„überwältigender“, „schlagender“, „packender“, und wiedie verrätherischen Lieblingsworte des Theaterpöbels undder dilettantischen Schwärmer lauten. Aber was bedeutetzuletzt, in Sachen der Kunst, der Lärm und die Begeiste-rung von „Massen“! Gute Musik hat niemals ein „Pu-blikum“: — sie ist und kann niemals „öffentlich“ sein, siegehört den Ausgesuchtesten zu, sie soll immer und allein— im Gleichnisse gesprochen — für die „camera“ dasein. „Massen“ fühlen Den heraus, der ihnen am bestenzu schmeicheln versteht: sie sind auf ihre Art allen dema-gogischen Talenten dankbar und geben es ihnen zurück,so gut sie können. (Wie „Massen“ zu danken verstehen,mit welchem „Geiste“ und „Geschmacke“, dafür gab derTod Victor Llugo’s ein belehrendes Zeugniss: ist in allenJahrhunderten Frankreichs zusammen so viel Frankreichentwürdigender Unsinn gedruckt und geredet worden,wie bei dieser Gelegenheit? Aber auch bei dem Be-gräbnisse Richard Wagner’s verstiegen sich die Schmei-cheleien der Dankbarkeit bis hinauf zu dem „frommen“Wunsche „Erlösung dem Erlöser!“ —)