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14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
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VIII.

Es ist kein Zweifel, dass die Wagner’sche Ivunstheute auf die Massen wirkt; dass sie das kann — solltedamit nicht über diese Kunst selber etwas ausgesagtsein? — Für drei gute Dinge in der Kunst haben „Mas-sen“ niemals Sinn gehabt, für Vornehmheit, für Logikund für Schönheit —pulchrum est paucorum hominum —:um nicht von einem noch besseren Dinge, vom grossenStile zu reden. Vom grossen Stile steht Wagner amfernsten: das Ausschweifende und Heroisch-Prahlerischeseiner Kunstmittel steht geradezu im Gegensatz zumgrossen Stile; und ebenso das Zärtlich-Verführerische, dasVielfältig-Reizende, das Unruhige, Ungewisse, Spannende,Augenblickliche, Heimlich-Ueberschwängliche, die ganze„übersinnliche“ Maskerade kranker Sinne und was nurAlles im typischen Sinne „Wagnerisch“ heissen darf.Vor Allem und zuerst die ergreifende Attitüde! Etwas,das umwirft und schaudern macht! Was liegt am „zu-reichenden Grunde“! Eine Art Vieldeutigkeit, selbst inder rhythmischen Phrasirung, gehört unter seine liebstenKunstmittel, eine Art Trunkenheit und Traumwandeln,welches nicht mehr zu „folgern“ weiss und einen gefähr-lichen Willen zum blinden Folgen und Nachgeben ent-fesselt. Es liegt im Unlogischen, Halblogischen viel Ver-führerisches — das hat Wagner gründlich errathen —:namentlich für Deutsche, bei denen Unklarheit als „Tiefe“empfunden wird. Die Männlichkeit und Strenge einerlogischen Entwicklung war ihm versagt: aber er fand„Wirkungsvolleres“! „Die Musik, hat er gelehrt, istimmer nur ein Mittel: der Zweck ist das Drama.“ DasDrama? Im Grunde sogar die Attitüde! — so wenigstensverstand es Wagner bei sich selber.