b) Erste Aufzeichnungen zum „Fall Wagner“.
308.
I.
Das Missverständniss über Richard Wagner ist heutein Deutschland ungeheuer: und da ich dazu beigetragenhabe, es zu vermehren, will ich meine Schuld abtragenund versuchen, es zu verringern.
(Das fortsetzende Blatt fehlt.)
II.
— Was ich selber einstmals, in meinen „jungenJahren“, über Schopenhauer und Richard Wagner schrieb,und weniger schrieb als malte — vielleicht in einemallzuverwegenen, übermüthigen, überjugendlichen Al-fresco — das will ich am wenigsten heute auf „wahr“und „falsch“ hin in’s Einzelne prüfen. Gesetzt aber, ichhätte mich damals geirrt: mein Irrthum gereicht zumMindesten weder den Genannten, noch mir selber zurUnehre! Es ist etwas, sich so zu irren; es ist auchetwas, gerade mich dergestalt zum Irrthum zu verführen.Auch war es mir in jedem Falle eine unschätzbare Wohl-that, damals als ich „den Philosophen“ und „den Künstler“und gleichsam meinen eigenen „kategorischen Imperativ“zu malen beschloss, meine neuen Farben nicht ganz in’sUnwirkliche hinein, sondern gleichsam auf vorgezeichneteGestalten aufmalen zu können. Ohne dass ich es wusste,sprach ich nur für mich, ja im Grunde nur von mir. In-dessen: Alles, was ich damals erlebt habe, das sind für