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während Raffael treu und bescheiden nur die ihm ge-gebenen Werthschätzungen verherrlichte und keine weiter-suchenden, sehnsüchtigen Instincte in sich trug. Michel-angelo aber sah und empfand das Problem des Gesetz-gebers von neuen Werthen: ebenso das Problem desSiegreich-Vollendeten, der erst nöthig hatte, auch „denHelden in sich“ zu überwinden; den zuhöchst gehobenenMenschen, der auch über sein Mitleiden erhaben wardund erbarmungslos das ihm Unzugehörige zerschmettertund vernichtet, — glänzend und in ungetrübter Göttlich-keit. Michelangelo war, wie billig, nur in Augenblickenso hoch und so ausserhalb seiner Zeit und des christ-lichen Europa’s: zumeist verhielt er sich condescendentgegen das Ewig-Weibliche am Christenthum; ja es scheint,dass er zuletzt gerade vor diesem zerbrach und das Idealseiner höchsten Stunden auf gab. Es war nämlich einIdeal, dem nur der Mensch der stärksten und höchstenLebens-Fülle gewachsen sein kann, nicht aber ein altge-wordner Mann! Im Grunde hätte er ja das Christenthumvon seinem Ideale aus vernichten müssen! Aber dazuwar er nicht Denker und Philosoph genug. — Lionardoda Vinci hat vielleicht allein von jenen Künstlern einenwirklich über christlichen Blick gehabt. Er kennt „dasMorgenland“, das innewendige so gut als das äussere.Es ist etwas Über-Europäisches und Verschwiegenes anihm, wie es Jeden auszeichnet, der einen zu grossen Um-kreis von guten und schlimmen Dingen gesehn hat.
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Ich stelle das Problem von der Rangordnung desKünstlers neu; zugleich bilde ich den Künstler so hochich kann. Thatsächlich finden wir alle Künstler unter-
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