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14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
Entstehung
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Bisher gehörten die meisten Künstler, selbst einigeder grössten (eingerechnet die Historiker), unter die Be-dienten (sei es von Ständen oder Fürsten oder Frauenoder „Massen“), nicht zu reden von ihrer Abhängigkeitvon Kirche und Moralgesetz. So hat Rubens die vor-nehme Welt seiner Zeit porträtirt, aber nach einem ihrvorschwebenden Geschmack, nicht nach seinem Maassder Schönheit, — im Ganzen also wider seinen Geschmack.Darin war Van Dyck vornehmer: welcher allen Denen,die er malte, etwas von Dem beilegte, was er selber beisich am höchsten ehrte: er stieg nicht hinab, sondernzu sich hinauf, wenn er „wiedergab“.

Die sclavische Unterthänigkeit des Künstlers vorseinem Publikum (wie sie selbst Sebastian Bach in un-sterblich beleidigenden Worten dem Widmungsschreibenseiner Hohen Messe anvertraut hat) ist aus der Musikheraus vielleicht schwerer zu erkennen, aber sie stecktumso tiefer und gründlicher darin. Man würde es nichtaushalten, mir zuzuhören, wenn ich hierüber meine Be-obachtungen mittheilen w r ollte. — Vornehmheit hat Chopin,gleich Van Dyck. Eine Art Bauernstolz hat Beethoven,eine Art Bedientenstolz hat Haydn. Auch Mendelssohnist vornehm — ähnlich wie Goethe, auf die natürlichsteWeise von der Welt.

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Ich ehre Michelangelo höher als Raffael, weil er— durch alle christlichen Schleier und Befangenheitenseiner Zeit hindurch — das Ideal einer vornehmerenCultur gesehen hat, als es die christlich-raffaelische ist: