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14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
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Kunst ist eben Das, was die Hauptlinien unterstreicht,die entscheidenden Züge übrig behält, Vieles weglässt.Dies absichtliche Umgestalten in etwas Bekanntes, diesFälschen —

„Historischer Sinn“ ist dasselbe: ist den Franzosengut gelehrt durch Taine, die Hauptthatsachen voran(Rangordnung der Facta feststellen ist das Produc-tive des Historikers). Das Nachfühlen-können, die Im-pression haben ist freilich die Voraussetzung: deutsch.

270.

Das Kunstwerk als ein Zeugniss unsrer Lust an derVereinfachung, an dem Fort-Schaffen durch Concen-tration unter Ein Gesetz.

271.

Die Identität im Wesen des Eroberers, Gesetz-gebers und Künstlers, — das Sich-hinein-bilden in denStoff: höchste Willenskraft; ehemals sich als „WerkzeugGottes“ fühlend, so unwiderstehlich sich selber erscheinend.Höchste Form des Zeugungs-Triebes und zugleich dermütterlichen Kräfte. Die Umformung der Welt, umes in ihr aushalten zu können — ist das Treibende:folglich als Voraussetzung ein ungeheures Gefühl desWiderspruchs. Bei den Künstlern genügt schon, sichmit Bildern und Abbildern davon zu umgeben, z. B.Homer unter den „erbärmlichen Sterblichen“.

Das „Los-sein von Interesse und ego“ ist Unsinnund ungenaue Beobachtung: — es ist vielmehr das Ent-zücken, jetzt in unserer Welt zu sein, die Angst vordem Fremden loszusein!