Druckschrift 
14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen
 

95

197 -

Es ist nicht uneigennützig, wenn ich lieber überdie Causalität als über den Process mit meinem Verlegernachdenke; mein Nutzen und mein Genuss liegt auf derSeite der Erkenntnisse, meine Spannung, Unruhe, Leiden-schaft ist gerade dort am längsten thätig gewesen.

Gedanken sind Handlungen.

Die vornehme Empfindung ist es, welche ver-bietet, dass wir nur Geniessende des Daseins sind —sie empört sich gegen den Hedonismus —: wir wollenetwas dagegen leisten! — Aber der Grundglaube derMasse ist es, dass für Nichts man leben müsse, — das istihre Gemeinheit.

199.

Das Parasitische als Grundkern der gemeinen Ge-sinnung. Das Gefühl, Nichts zu empfangen, ohne zu-rückzugeben oder damit etwas zurückzuempfangen,ist die vornehme Gesinnung. Nichts umsonst! Keine„Gnaden“!

200.

Nichts annehmen, wogegen wir Nichts zurückzugebenhaben, und die Scham und Lust bei allem Guten, daswir erfahren, — ist vornehm. „Sich lieben lassen“ istgemein.