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Zweifel an der objectiven Wahrheit der logischen,mathematischen, mechanischen, chemischen Gesetze. Eineandere Sache ist unsre Fähigkeit, uns auszudrückenüber diese Gesetze: wir müssen uns der Sprache bedienen.
90.
Verwandlung aller Vorgänge in optische Phänomene:und endlich wieder dieser Phänomene in reine Begriffs-und Zahlen-Phänomene.
Dies ist der Gang in der Geschichte: man glaubtzu verstehn, wenn man will: wenn man fühlt: wennman sieht: wenn man hört: wenn man es in Begriffeumsetzt: wenn man es in Zahlen und Formeln umsetzt.
„Alles ist Wille“ („Alles will“); „Alles ist Lust oderUnlust“ („Alles leidet“); „Alles ist Bewegung“ („Allesfliesst“); „Alles ist Laut“ („Alles klingt“); „Alles ist Geist“(„Alles denkt“); „Alles ist Zahl“ („Alles rechnet“).
Also: die Verwandlung aller Vorgänge in unsreuns bekannte Welt, kurz: in uns — das ist bisher „Er-kenntnis“.
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Gegen beide Behauptungen „es kann das Gleichenur vom Gleichen erkannt werden“ und „es kann dasGleiche nur vom Ungleichen erkannt werden“ — umwelche schon von Alters her ein Kampf von Jahrhun-derten gekämpft worden ist — lässt sich heute ein wenden,von einem strengeren und vorsichtigeren Begriff des Er-kennens aus: es kann gar nicht erkannt werden —und zwar eben deshalb, weil das Gleiche nicht dasGleiche erkennen kann, und weil ebensowenig dasGleiche vom Ungleichen erkannt werden kann.
Nietzsche, Werke II. Abtheilung. Bd. XIV.
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