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14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
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Zweifel an der objectiven Wahrheit der logischen,mathematischen, mechanischen, chemischen Gesetze. Eineandere Sache ist unsre Fähigkeit, uns auszudrückenüber diese Gesetze: wir müssen uns der Sprache bedienen.

90.

Verwandlung aller Vorgänge in optische Phänomene:und endlich wieder dieser Phänomene in reine Begriffs-und Zahlen-Phänomene.

Dies ist der Gang in der Geschichte: man glaubtzu verstehn, wenn man will: wenn man fühlt: wennman sieht: wenn man hört: wenn man es in Begriffeumsetzt: wenn man es in Zahlen und Formeln umsetzt.

Alles ist Wille (Alles will);Alles ist Lust oderUnlust (Alles leidet);Alles ist Bewegung (Allesfliesst);Alles ist Laut (Alles klingt);Alles ist Geist(Alles denkt);Alles ist Zahl (Alles rechnet).

Also: die Verwandlung aller Vorgänge in unsreuns bekannte Welt, kurz: in uns das ist bisherEr-kenntnis.

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Gegen beide Behauptungenes kann das Gleichenur vom Gleichen erkannt werden undes kann dasGleiche nur vom Ungleichen erkannt werden umwelche schon von Alters her ein Kampf von Jahrhun-derten gekämpft worden ist lässt sich heute ein wenden,von einem strengeren und vorsichtigeren Begriff des Er-kennens aus: es kann gar nicht erkannt werdenund zwar eben deshalb, weil das Gleiche nicht dasGleiche erkennen kann, und weil ebensowenig dasGleiche vom Ungleichen erkannt werden kann.

Nietzsche, Werke II. Abtheilung. Bd. XIV.

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