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14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
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Gegen-Partei, auch sogar ein Zeugenverhör giebt, demich ein Wenig zuhören darf freilich nur ein Wenig:das Meiste, so scheint es, entgeht mir. Dass jeder Ge-danke zuerst vieldeutig und schwimmend kommt und ansich nur als Anlass zum Versuch der Interpretation oderzur willkürlichen Festsetzung, dass bei allem Denken eineVielheit von Personen betheiligt scheint: dies ist nichtgar zu leicht zu beobachten, wir sind im Grunde umge-kehrt geschult, nämlich beim Denken nicht ans Denkenzu denken. Der Ursprung des Gedankens bleibt ver-borgen; die Wahrscheinlichkeit dafür ist gross, dass ernur das Symptom eines viel umfänglicheren Zustandesist; darin dass gerade er kommt und kein anderer, dasser gerade mit dieser grösseren oder minderen Helligkeitkommt, mitunter sicher und befehlerisch, mitunter schwachund einer Stütze bedürftig, im Ganzen immer aufregend,fragend für das Bewusstsein wirkt nämlich jeder Ge-danke wie ein Stimulans: in dem Allen drückt sichirgend Etwas von unserem Gesammtzustande in Zeichenaus. Ebenso steht es mit jedem Gefühle, es bedeutetnicht an sich etwas: es wird, wenn es kommt, von unserst interpretirt, und oft wie seltsam interpretirt! Mandenke doch an die uns fastunbewusste Noth der Ein-geweide, an die Blutdruck-Spannungen im Unterleibe,an die krankhaften Zustände des nervus sympathicus:und wie Vieles giebt es, wovon wir kaum durch dassensorium commune einen Schimmer von Bewusstseinhaben! Nur der anatomisch Unterrichtete räth bei sol-chen ungewissen Unlust-Gefühlen auf die rechte Gattungund Gegend der Ursachen; alle Anderen aber, im Ganzenalso fast alle Menschen, so lange es Menschen giebt,suchen bei solcher Art von Schmerzen keine physische,sondern eine psychische und moralische Erklärung und