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Glaube versteckt, in allem Urtheilen giebt es ein zuGrunde liegendes Für-wahr-halten und Behaupten, eineGewissheit, dass Etwas so und nicht anders ist, dass hier-in wirklich der Mensch „erkannt“ hat: was ist das, wasin jedem Urtheil unbewusst als wahr geglaubt wird? —Dass wir ein Recht haben, zwischen Subject und Prädi-cat, zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden— das ist unser stärkster Glaube; ja im Grunde istselbst schon der Glaube an Ursache und Wirkung, anconditio und conditionatum nur ein Einzelfall des erstenund allgemeinen Glaubens, unsres Urglaubens an Subjectund Prädicat (nämlich als die Behauptung, dass jedeWirkung eine Thätigkeit sei und dass jedes Bedingteeinen Bedingenden, jede Thätigkeit einen Thäter, kurzein Subject voraussetze). Sollte dieser Glaube an denSubjects- und Prädicats-Begriff nicht eine grosse Dumm-heit sein?
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So wie Mathematik und Mechanik lange Zeiten alsWissenschaften mit absoluter Gültigkeit betrachtet wur-den und erst jetzt der Verdacht sich zu entschleiern wagt,dass sie nichts mehr und nichts weniger sind als ange-wandte Logik auf die bestimmte unbeweisliche Annahmehin, dass es „identische Fälle“ giebt — Logik selber abereine consequente Zeichenschrift auf Grund der durchge-führten Voraussetzung, dass es identische Fälle giebt —:so galt ehemals auch das Wort schon als Erkenntnisseines Dings, und noch jetzt sind die grammatischen Func-tionen die bestgeglaubten Dinge, vor denen man sichnicht genug hüten kann. Es ist möglich, dass dieselbeArt Mensch, die später Vedanta-Philosophien ausdachte,