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den wohl am falschesten sein: soweit mit ihnen nämlichsich leben liess! Aber man kann umgekehrt fragen:würde Leben überhaupt möglich sein mit einer feinerenBeobachtung und strengerem, vorsichtigerem Schluss-verfahren? Auch heute noch ist der praktische Theilunseres Lebens im gröbsten Sinne versuchsweise, aufgut Glück hin: man sehe nur zu, was die meisten Men-schen von der Ernährung wissen! Dass die Zweckmässig-keit der Mittel in der gesammten Geschichte der Orga-nismen zugenommen habe (wie Spencer meint), ist einenglisch-oberflächliches Urtheil; im Verhältniss zur Com-plicirtheit unsrer Zwecke ist die Dummheit der Mittelwahrscheinlich sich gleich geblieben.
28.
Meine Art von „Idealismus“ darzustellen — und da-zu die absolute Nothwendigkeit auch des gröbsten Irr-thums. Alle Empfindung enthält Werth Schätzung:alle Werthschätzung phantasirt und erfindet. Wir lebenals Erben dieser Phantasterei: wir können sie nicht ab-streifen. Ihre „Wirklichkeit“ ist eine ganz andere, alsdie Wirklichkeit z. B. des Fallgesetzes.
29.
Die erste Grenze alles „Sinnes für Wahrheit“ ist— auch für alle niederen belebten Geschöpfe —: wasnicht ihrer Erhaltung dient, geht sie nichts an. Diezweite: die Art und Weise ein Ding zu betrachten, welcheihnen am nützlichsten ist, wird vorgezogen und all-mählich erst, durch Vererbung, einverleibt. Dies istauch durch den Menschen noch keineswegs anders ge-