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Herzens genugthut, vielmehr ihnen widerspricht undSchauder macht, — sie setzen unschuldig eine Weltirgendwo an, welche dennoch ihren Wünschen entsprichtund die eben nicht unserer Erkenntniss sich zugänglichzeigt: diese Welt, meinen sie, sei die wahre Welt, imVerhältniss zu welcher unsre erkennbare Welt nur Täu-schung ist. So Kant, so schon die Vedanta-Philosophie,so manche Amerikaner. — „Wahr“, das heisst für sie:was dem Wunsche unseres Herzens entspricht. Ehemalshiess wahr: was der Vernunft entspricht.
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Freigeworden von der Tyrannei der „ewigen“ Be-griffe, bin ich andrerseits fern davon, mich deshalb inden Abgrund einer skeptischen Beliebigkeit zu stürzen:ich bitte vielmehr, die Begriffe als Versuche zu betrachten,mit Hülfe deren bestimmte Arten des Menschen gezüchtetund auf ihre Erhaltbarkeit und Dauer hin erprobt werden.
Die Falschheit eines Begriffs ist mir noch kein Ein-wand gegen ihn: die Frage ist, wie weit er lebenfördernd,lebenerhaltend, arterhaltend ist. Ich bin sogar grund-sätzlich des Glaubens, dass die falschesten Annahmenuns gerade die unentbehrlichsten sind, dass ohneein Geltenlassen der logischen Fiction, ohne ein Messender Wirklichkeit an der erfundenen Welt des Unbe-dingten, Sich - selber - Gleichen der Mensch nicht lebenkann und dass ein Verneinen dieser Fiction, ein prak-tisches Verzichtleisten auf sie, so viel wie eine Vernei-nung des Lebens bedeuten würde. Die Unwahrheitals Lebensbedingung zugestehn: das heisst freilichauf eine schreckliche Weise die gewohnten Werthgefühlevon sich abthun, — und hier, wenn irgendwo, gilt es, sich