die Seele, die Substanz, die Zahl, die Zeit, der Raum, derGrund, der Zweck — mit einander stehen und fallen.Gesetzt aber nun, dass wir nicht so thöricht sind, dieWahrheit, in diesem Falle das x, höher zu schätzen,als den Schein, gesetzt dass wir entschlossen sind zuleben, — so wollen wir mit dieser Scheinbarkeit derDinge nicht unzufrieden sein und nur daran festhalten,dass Niemand, zu irgend welchen Hintergedanken, in derDarstellung dieser Perspectivität stehen bleibt: — wasin der That fast allen Philosophen bisher begegnet ist,denn sie hatten Alle Hintergedanken und liebten ihre„Wahrheiten“. — Freilich: wir müssen hier das Problemder Wahrhaftigkeit aufwerfen: gesetzt wir leben in Folgedes Irrthums, was kann denn da der „Wille zur Wahr-heit“ sein? Sollte er nicht ein „Wille zum Tode“ seinmüssen? — Wäre das Bestreben der Philosophen undwissenschaftlichen Menschen vielleicht ein Symptomentartenden, absterbenden Lebens, eine Art Lebens-überdruss des Lebens selber? Quaeritur: und mankönnte hier wirklich nachdenklich werden.
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Der „Wille zur Wahrheit“ bei Spinoza. — Voll-kommene Abwesenheit des „Künstlers“: höchste und ko-mische Pedanterie eines Logikers, der seinen Triebvergöttert. Spinoza glaubt, Alles absolut erkannt zuhaben. Dabei hat er das grösste Gefühl von Macht.Der Trieb dazu hat alle andern Triebe überwältigt undausgelöscht. Das Bewusstsein dieser „Erkenntniss“ hältbei ihm an: eine Art „Liebe zu Gott“ resultirt daraus,eine Freude am Dasein, wie es auch sonst ist, an allemDasein.