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14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
Entstehung
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Seien wir vorsichtiger als Cartesius, welcher in demFallstrick der Worte hängen blieb. Cogito ist freilich nurEin Wort: aber es bedeutet etwas Vielfaches ( Manchesist vielfach, und wir greifen derb darauf los, im gutenGlauben, dass es Eins sei). In jenem berühmten cogitosteckt i) es denkt, 2) ich glaube, dass ich es bin, derda denkt, 3) aber auch angenommen, dass dieser zweitePunkt in der Schwebe bliebe, als Sache des Glaubens,so enthält auch jenes erstees denkt noch einenGlauben: nämlich, dassdenken eine Thätigkeit sei, zuder ein Subject, zum Mindesten eines gedacht wer-den müsse: und weiter bedeutet das ergo sum nichts!Aber das ist der Glaube an die Grammatik, da werdenschonDinge und derenThätigkeiten gesetzt, undwir sind fern von der unmittelbaren Gewissheit. Lassenwir also auch jenes problematischees weg und sagenwir cogitatur als Thatbestand ohne eingemischte Glaubens-artikel: so täuschen wir uns noch einmal, denn auch diepassivische Form enthält Glaubenssätze und nicht nurThatbestände: in summa, gerade der Thatbestand lässtsich nicht nackt hinstellen, dasGlauben undMeinensteckt in cogito oder cogitat und cogitatur: wer verbürgtuns, dass wir mit ergo nicht etwas von diesem Glaubenund Meinen herausziehn und dass übrig bleibt: es wirdetwas geglaubt, folglich wird etwas geglaubt, einefalsche Schlussform! Zuletzt müsste man immer schonwissen, wassein ist, um ein sum aus dem cogito her-auszuziehn; man müsste ebenso schon wissen, was wissenist: man geht vom Glauben an die Logik an das ergovor Allem! aus, und nicht nur von der Hinstellungeines Factums! IstGewissheit möglich im Wissen?