Die Ursächlichkeit des Handelns. — Der Zweckfalsch angesetzt: Glück a) eigenes („egoistisch“), b) fremdes(„unegoistisch“). Tiefster Mangel an Selbstbesinnung beiSchopenhauer, der auch noch c) fremdes Leid, d) eigenesLeid hinzufügt: was natürlich nur Specificationen desBegriffs „eigenes Glück“ sind (a).
Wenn Glück Zweck des Handelns ist, so muss Un-befriedigung dem Handeln vorausgehn: pessimistischeFälschung des Thatbestandes; die Unlust als Motivzum Handeln.
Unlust und Lust Motive; der Wille als ursächlichim Handeln. — Vorausgesetzt: dass die ganze Vorgeschichtein der Sphäre des Bewusstseins liegt, — dass die eigent-liche Ursächlichkeit eine geistige ist, — dass die „Seele“weiss, was sie will, und dass der Werth des Willensactesbedingt ist durch ihr Wissen, — dass die Seele „frei“ist im Willen und folglich — —
Meine Theorie: Lust, Unlust, „Wille“, „Zweck“ voll-kommen bloss Begleit-Erscheinungen, — niemals ur-sächlich. Alle sogenannte geistige Ursächlichkeit isteine Fiction.
Falsche Consequenz des Glaubens an’s „ego“\ — derMensch strebt nach Glück. Aber in diesem Sinne giebtes keine Einheit, welche „strebt“; und wonach alle Ein-heiten streben, das ist durchaus nicht Glück, — Glückist eine Begleiterscheinung beim Auslösen ihrer Kraft.Was handeln macht, ist nicht das Bedürfniss, sonderndie Fülle, welche auf einen Reiz hin sich entladet.Nicht die „Unlust“ Voraussetzung der Thätigkeit: jene
Nietzsche, Werke II. Abtheilung. Wille zur Macht.
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