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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Spannung ist ein grosser Reiz . . . Gegen die pessi-mistische Theorie, als ob alles Handeln auf Los-werden-wollen einer Unbefriedigung hinausgienge, als ob Lustan sich Ziel irgend welchen Handelns wäre . . .

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Selbstlose Handlungen giebt es gar nicht. Hand-lungen, in denen das Individuum seinen eignen Instinctenuntreu wird und nachtheilig wählt, sind Zeichen der de-cadence (eine Menge der berühmtesten sogenanntenHeiligen sind einfach durch ihren Mangel anEgois-mus überführt, decadents zu sein).

Die Handlungen der Liebe, desHeroismus sindso wenigunselbstisch, dass sie gerade der Beweiseines sehr starken und reichen Selbst sind: das Abgeben-können steht denArmen nicht frei . . . ebensowenigdie grosse Verwegenheit und Lust am Abenteuer, diezumHeroismus gehört. Nichtsich opfern als Ziel,sondern Ziele durchsetzen, über deren Folgen man ausÜbermuth und Zutrauen zu sich nicht besorgt ist,gleichgültig ist . . .

io.

Psychologie der sogenannten un egoistischen Hand-lungen: in Wahrheit sind sie strengstens auf denSelbst-Erlialtungs-Instinct hin regulirt.

Das Umgekehrte ist bei den sogenannten egoisti-schen Handlungen der Fall: hier fehlt gerade der diri-girende Instinct, das tiefe Bewusstsein des Nützlichenund Schädlichen.

Alle Stärke, Gesundheit, Vitalität zeigt von dervermehrten Spannung hin zum commandirenden In-stinct des Selbst. Alles Locker-werden ist decadence.