486
Zarathustra geht so weit, von sich zu bezeugen „ichwürde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen ver-stünde“ . . .
Nochmals gesagt: wie viele neue Götter sind nochmöglich! — Zarathustra selbst freilich ist bloss ein alterAtheist: der glaubt weder an alte, noch neue Götter.Zarathustra sagt, er würde —; aber Zarathustra wirdnicht . . . Man. verstehe ihn recht.
481.
Und wie viele neue Ideale sind im Grunde nochmöglich! — Hier ein kleines Ideal, das ich alle fünfWochen einmal auf einem wilden und einsamen Spazier-gang erhasche, im azurnen Augenblick eines frevelhaftenGlücks. Sein Leben zwischen zarten und absurdenDingen verbringen; der Realität fremd; halb Künstler,halb Vogel und Metaphysikus; ohne Ja und Nein fürdie Realität, es sei denn, dass man sie ab und zu in derArt eines guten Tänzers mit den Fussspitzen anerkennt;immer von irgend einem Sonnenstrahl des Glücks ge-kitzelt; ausgelassen und ermuthigt selbst durch Trübsal
— denn Trübsal erhält den Glücklichen —; einen kleinenSchwanz von Posse auch noch dem Heiligsten anhängend:
— dies, wie sich von selbst versteht, das Ideal einesschweren, zentnerschweren Geistes, eines Geistes derSchwere.
482.
Zu den höchsten und erlauchtesten Menschen-Freuden,in denen das Dasein seine eigene Verklärung feiert,kommen, wie billig, nur die Allerseltensten und Best-gerathenen: und auch diese nur, nachdem sie selber und