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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Wie viel Wahrheit erträgt, wie viel Wahrheit wagtein Geist? dies wurde für mich der eigentliche Werth-messer. Der Irrthum ist eine Feigheit . . . jede Er-rungenschaft der Erkenntniss folgt aus dem Muth, ausder Härte gegen sich, aus der Sauberkeit gegen sich . . .Eine solche Experimental-Philosopliie, wie ich sielebe, nimmt versuchsweise selbst die Möglichkeiten desgrundsätzlichsten Nihilismus vorweg: ohne dass damitgesagt wäre, dass sie bei einer Negation, beim Nein, beieinem Willen zum Nein stehen bliebe. Sie will viel-mehr bis zum Umgekehrten hindurch bis zu einemdionysischen Ja-sagen zur Welt, wie sie ist, ohneAbzug, Ausnahme und Auswahl, sie will den ewigenKreislauf: dieselben Dinge, dieselbe Logik und Un-logik der Verknotung. Höchster Zustand, den ein Philo-soph erreichen kann: dionysisch zum Dasein stehn:meine Formel dafür ist am or fati.

Flierzu gehört, die bisher verneinten Seiten desDaseins nicht nur als noth wen dig zu begreifen, sondernals wünschenswerth: und nicht nur als wünschenswerthin Hinsicht auf die bisher bejahten Seiten (etwa als derenComplemente oder Vorbedingungen), sondern um ihrerselber willen, als der mächtigeren, fruchtbareren,wahreren Seiten des Daseins, in denen sich sein Willedeutlicher ausspricht.

Insgleichen gehört hierzu, die bisher allein bejahteSeite des Daseins abzuschätzen; zu begreifen, woher dieseWerthung stammt und wie wenig sie verbindlich füreine dionysische Werthabmessung des Daseins ist: ichzog heraus und begriff, was hier eigentlich Ja sagt (der.Instinct der Leidenden einmal, der Instinct der Heerdeandererseits und jener dritte, der Instinct der Meistengegen die Ausnahmen).

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