Druckschrift 
15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
Entstehung
Seite
272
Einzelbild herunterladen
 

2 ~J2 -

sein Schlechtbefinden erst klar, wenn er einen Grundsieht, sich schlecht zu befinden . . . Das nenne ich denMangel an Philologie; einen Text als Text ablesenkönnen, ohne eine Interpretation dazwischen zu mengen,ist die späteste Form derinneren Erfahrung, viel-leicht eine kaum mögliche . . .

266.

Rolle desBewusstseins. Es ist wesentlich,dass man sich über die Rolle desBewusstseins nichtvergreift: es ist unsere Relation mit derAussen-welt, welche es entwickelt hat. Dagegen dieDirection, resp. die Obhut und Vorsorglichkeit in Hin-sicht auf das Zusammenspiel der leiblichen Functionentritt uns nicht ins Bewusstsein; ebensowenig als diegeistige Einmagazinirung: dass es dafür eine obersteInstanz giebt, darf man nicht bezweifeln: eine Art leiten-des Comite, wo die verschiedenen Hauptbegierdenihre Stimme und Macht geltend machen.Lust,Un-lust sind Winke aus dieser Sphäre her: der Willens-act insgleichen: die Ideen insgleichen.

In siimma: Das, was bewusst wird, steht untercausalen Beziehungen, die uns ganz und gar vorenthaltensind, die Aufeinanderfolge von Gedanken, Gefühlen,Ideen im Bewusstsein drückt Nichts darüber aus, dassdiese Folge eine causale Folge ist: es ist aber schein-bar so, im höchsten Grade. Auf diese Scheinbarkeithin haben wir unsere ganze Vorstellung von Geist,Vernunft, Logik u. s. w. gegründet ( das giebtes Alles nicht: es sind fingirte Synthesen und Ein-heiten) und diese wieder in die Dinge, hinter die Dingeprojicirt!