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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
Entstehung
Seite
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261.

Ich halte die Phänomenalität auch der innerenWelt fest: Alles, was uns bewusst wird, ist durchund durch erst zurechtgemacht, vereinfacht, schematisirt,ausgelegt, der wirkliche Vorgang der innerenWahrnehmung, die Causal Vereinigung zwischen Ge-danken, Gefühlen, Begehrungen, zwischen Subject undObject ist uns absolut verborgen und vielleicht einereine Einbildung. Diesescheinbare innere Welt ist mitganz denselben Formen und Proceduren behandelt, wiedieäussere Welt. Wir stossen nie aufTliatsachen:Lust und Unlust sind späte und abgeleitete Intellect-Phänomene . . .

DieUrsächlichkeit entschlüpft uns; zwischen Ge-danken ein unmittelbares ursächliches Band anzunehmen,wie es die Logik thut das ist Folge der allergröbstenund plumpsten Beobachtung. Zwischen zwei Gedankenspielen noch alle möglichen Affecte ihr Spiel: aberdie Bewegungen sind zu rasch, deshalb verkennen wirsie, leugnen wir sie . . .

Denken, wie es die Erkenntnisstheoretiker ansetzen,kommt gar nicht vor: das ist eine ganz willkürlicheFiction, erreicht durch Heraushebung Eines Elementesaus dem Process und Subtraction aller übrigen, eine künst-liche Zurechtmachung zum Zwecke der Verständlichung...

DerGeist, Etwas, das denkt: womöglich garder Geist absolut, rein, pur diese Conception isteine abgeleitete zweite Folge der falschen Selbstbeobach-tung, welche anDenken glaubt: hier ist erst ein Actimaginirt, der gar nicht vorkommt,das Denken, undzweitens ein Subject -Substrat imaginirt, in dem jederAct dieses Denkens und sonst nichts Anderes seinen