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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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angesichts der wirklichen Beschaffenheit der Welt alsGott der höchsten Kurzsichtigkeit, Teufelei undOhnmacht erwiesen: woraus sich ergiebt, wie viel Werthseine Conception hat.

An sich hat ja Wissen und Weisheit keinen Werth;ebenso wenig als Güte: man muss immer erst noch dasZiel haben, von wo aus diese Eigenschaften Werth oderUnwerth erhalten, es könnte ein Ziel geben, vonwo aus ein extremes Wissen einen hohen Unwerth dar-stellte (etwa wenn die extreme Täuschung eine der Vor-aussetzungen der Steigerung des Lebens wäre; insgleichenwenn die Güte etwa die Sprungfedern der grossen Be-gierde zu lähmen und zu entmuthigen vermöchte) . . .

Unser menschliches Leben gegeben, wie es ist, sohat alleWahrheit, alleGüte, alleHeiligkeit", alleGöttlichkeit im christlichen Stile bis jetzt sich als grosseGefahr erwiesen, noch jetzt ist die Menschheit in Ge-fahr, an einer lebenswidrigen Idealität zu Grunde zu gehn.

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Damit, dass das Christenthum die Lehre von derUneigennützigkeit und Liebe in den Vordergrund ge-rückt hat, hat es durchaus noch nicht das Gattungs-Interesse für höherwertliig angesetzt als das Individual-interesse. Seine eigentlich historische Wirkung, dasVerhängniss von Wirkung bleibt umgekehrt gerade dieSteigerung des Egoismus, des Individual-Egoismusbis ins Extrem ( bis zum Extrem der Individual-Un-sterblichkeit). Der Einzelne wurde durch das Christen-thum so wichtig genommen, so absolut gesetzt, dass manihn nicht mehr opfern konnte: aber die Gattung bestehtnur durch Menschenopfer ... Vor Gott werden alle