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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Es ist der Gipfel der psychologischen Verlogenheitdes Menschen, sich ein Wesen als Anfang undAn-sichnach seinem Winkel-Maassstab des ihm gerade gut, weise,mächtig, werthvoll Erscheinenden herauszurechnen unddabei die ganze Ursächlichkeit, vermöge deren über-haupt irgendwelche Güte, irgendwelche Weisheit, irgend-welche Macht besteht und Werth hat, wegzudenken.Kurz, Elemente der spätesten und bedingtesten Herkunftals nicht entstanden, sondern alsan sich zu setzen undwomöglich gar als Ursache alles Entstehens überhaupt...Gehen wir von der Erfahrung aus, von jedem Falle, woein Mensch sich bedeutend über das Maass des Mensch-lichen erhoben hat, so sehen wir, dass jeder hohe Gradvon Macht Freiheit von Gut und Böse ebenso, wie vonWahr undFalsch in sich schliesst und Dem, wasGüte will, keine Rechnung gönnen kann: wir begreifendasselbe noch einmal für jeden hohen Grad von Weis-heit die Güte ist in ihr ebenso aufgehoben als dieWahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, Tugend und andere Volks-Velleitäten der Werthung. Endlich jeder hohe Grad vonGüte selbst: ist es nicht ersichtlich, dass er bereits einegeistige Myopie und Unfeinheit voraussetzt? insgleichendie Unfähigkeit, zwischen wahr und falsch, zwischennützlich und schädlich auf eine grössere Entfernung hinzu unterscheiden? gar nicht davon zu reden, dass einhoher Grad von Macht in den Händen der höchstenGüte die unheilvollsten Folgen (die Abschaffung desÜbels) mit sich bringen würde? In der That, mansehe nur an, was derGott der Liebe seinen Gläubigenfür Tendenzen eingiebt: sie ruiniren die Menschheit zuGunsten desGuten. In praxi hat sich derselbe Gott