verschämte Gerede von der „Rechtfertigung durch denGlauben“ und dessen oberster und einziger Bedeutsam-keit ist nur die Folge davon, dass die Kirche nicht denMuth, noch den Willen hatte, sich zu den Werken zubekennen, welche Jesus forderte.
Der Buddhist handelt anders, als der Nichtbuddhist;der Christ handelt wie alle Welt und hat einChristenthum der Ceremonien und der Stimmungen.
Die tiefe und verächtliche Verlogenheit des Christen-thums in Europa —: wir werden wirklich die Verachtungder Araber, Hindu’s, Chinesen . . . Man höre die Redendes ersten deutschen Staatsmannes über Das, was jetzt40 Jahre Europa eigentlich beschäftigt hat . . .
148.
Der Humor der europäischen Cultur: man hält Dasfür wahr, aber thut Jenes. Z. B. was hilft alle Kunstdes Lesens und der Kritik, wenn die kirchliche Inter-pretation der Bibel, die protestantische so gut wie diekatholische, nach wie vor aufrecht erhalten wird!
149.
Man giebt sich nicht genug Rechenschaft darüber,in welcher Barbarei der Begriffe wir Europäer nochleben. Dass man heute glauben kann, das „Heil derSeele“ hänge an einem Buche! ... Und man sagt mir,man glaube das heute noch.
Was hilft alle wissenschaftliche Erziehung, alle Kritikund Hermeneutik, wenn ein solcher Widersinn von Bibel-Auslegung, wie ihn die Kirche aufrecht erhält, noch nichtdie Schamröthe zur Leibfarbe gemacht hat?